KI-Kompetenz nach Artikel 4.
Geprüft am
Kurzantwort
Nach Artikel 4 der KI-Verordnung ergreifen Anbieter und Betreiber von KI-Systemen Maßnahmen, um die Entwicklung der KI-Kompetenz ihres Personals und anderer Personen in ihrem Auftrag zu unterstützen; seit der Änderung durch die Digital-Omnibus-Verordnung am 27. Juli 2026 müssen sie dabei kein bestimmtes Niveau mehr garantieren. Die Pflicht gilt seit dem 2. Februar 2025, die nationalen Marktüberwachungsbehörden überwachen sie ab dem 2. August 2026, und ein Zertifikat ist nach Auskunft der Kommission nicht nötig.
Amtliche Quellen: KI-Verordnung, Artikel 4 (konsolidiert) · Kommission: KI-Kompetenz, Fragen und Antworten
Der Wortlaut, vorher und nachher
| Fassung | Text |
|---|---|
| Bis 26. Juli 2026 | „Die Anbieter und Betreiber von KI-Systemen ergreifen Maßnahmen, um nach besten Kräften sicherzustellen, dass ihr Personal und andere Personen, die in ihrem Auftrag mit dem Betrieb und der Nutzung von KI-Systemen befasst sind, über ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz verfügen …“ |
| Seit 27. Juli 2026 | „Die Anbieter und Betreiber von KI-Systemen ergreifen Maßnahmen, um die Entwicklung der KI-Kompetenz ihres Personals und anderer Personen zu unterstützen, die in ihrem Auftrag mit dem Betrieb und der Nutzung von KI-Systemen befasst sind … Diese Verpflichtung verpflichtet Anbieter oder Betreiber nicht, für irgendeine Person ein bestimmtes Niveau an KI-Kompetenz zu garantieren.“ |
Beide Fassungen verlangen, die technischen Kenntnisse, die Erfahrung, die Aus- und Fortbildung der Menschen, den Einsatzkontext und die Personen zu berücksichtigen, bei denen die KI-Systeme eingesetzt werden. Neu sind die Absätze 2 und 3: Kommission und Mitgliedstaaten unterstützen Anbieter und Betreiber, insbesondere KMU, die Kommission veröffentlicht praktische Beispiele, und das KI-Gremium nimmt Empfehlungen an. KI-Kompetenz selbst definiert die Verordnung als die Fähigkeiten, Kenntnisse und das Verständnis, um KI-Systeme sachkundig einzusetzen und sich der Chancen, Risiken und möglichen Schäden bewusst zu werden (Artikel 3 Nummer 56).
Häufige Fragen, amtliche Antworten
| Frage | Antwort | Quelle |
|---|---|---|
| Müssen wir das KI-Wissen der Mitarbeitenden messen? | Nein, Artikel 4 verpflichtet nicht dazu. | Kommission |
| Brauchen wir ein Zertifikat? | Nein; eine interne Dokumentation der Schulungen oder anderer Maßnahmen genügt. | Kommission |
| Wer überwacht die Pflicht, und ab wann? | Die nationalen Marktüberwachungsbehörden, nicht das KI-Büro, ab dem 2. August 2026. | Kommission |
| Müssen wir einen KI-Beauftragten benennen? | Nein; anders als die DSGVO kennt Artikel 4 keine solche Pflicht. | RTR |
| Welche Form muss die Schulung haben? | Die Verordnung lässt das offen: interne Fortbildungen, externe Beratung oder interne Schulungen sind möglich. | RTR |
| Gilt das auch für Unternehmen außerhalb der EU? | Ja, wie der Rest der Verordnung, wenn das KI-System in der EU in Verkehr gebracht oder verwendet wird. | Kommission |
Artikel 99 nennt für Artikel 4 keinen eigenen Bußgeldrahmen: Die Vorschrift steht in keiner der Listen der Absätze 3 bis 5. Sanktionen für Verstöße legen die Mitgliedstaaten allgemein fest (Artikel 99 Absatz 1).
Ein praktischer Ablauf (unser Vorschlag, keine gesetzliche Liste)
- Erfassen, welche KI-Werkzeuge im Unternehmen genutzt werden und von wem wofür; KI steckt oft auch in Updates gewöhnlicher Software.
- Jeder Gruppe geben, was sie braucht: was das Werkzeug kann und was nicht, typische Fehler, welche Daten nicht eingegeben werden dürfen, wann ein Mensch prüfen muss.
- Teams, die Inhalte erstellen: die Kennzeichnungsregeln für Deepfakes und KI-Texte zu Themen von öffentlichem Interesse (Artikel 50 Absatz 4).
- Schulungen, Leitfäden und Einweisungen mit Datum dokumentieren.
- Die Unterlagen anpassen, wenn sich ein Werkzeug oder seine Nutzung ändert.
Fragen
- Ist eine KI-Schulung Pflicht?
- Maßnahmen sind Pflicht, eine bestimmte Schulungsform nicht. Seit dem 27. Juli 2026 verlangt Artikel 4, die Entwicklung der KI-Kompetenz zu unterstützen, ohne ein bestimmtes Niveau zu garantieren; die Kommission akzeptiert eine interne Dokumentation und verlangt keine Zertifikate.
- Gilt Artikel 4 auch, wenn wir nur ChatGPT und ähnliche Werkzeuge nutzen?
- Ja. Artikel 4 gilt für Betreiber von KI-Systemen, also auch für ein Unternehmen, das KI-Werkzeuge in eigener Verantwortung beruflich einsetzt; nur die ausschließlich private Nutzung fällt nicht darunter.
Quellen
- KI-Verordnung, Artikel 4: KI-KompetenzEuropäische Kommission, AI Act Service Desk (AI Act Explorer, deutsche Fassung)Konsolidierte Fassung mit Stand 27. Juli 2026 (einschließlich der Digital-Omnibus-Verordnung (EU) 2026/1744), angezeigt im AI Act Explorer der Kommission.gelesen am
- KI-Verordnung, Artikel 3: BegriffsbestimmungenEuropäische Kommission, AI Act Service Desk (AI Act Explorer, deutsche Fassung)Konsolidierte Fassung mit Stand 27. Juli 2026 (einschließlich der Digital-Omnibus-Verordnung (EU) 2026/1744), angezeigt im AI Act Explorer der Kommission.gelesen am
- KI-Verordnung, Artikel 99: SanktionenEuropäische Kommission, AI Act Service Desk (AI Act Explorer, deutsche Fassung)Konsolidierte Fassung mit Stand 27. Juli 2026 (einschließlich der Digital-Omnibus-Verordnung (EU) 2026/1744), angezeigt im AI Act Explorer der Kommission.gelesen am
- Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Amtsblatt der EU, deutsche FassungEUR-Lex / Amtsblatt der Europäischen UnionAm 3. November 2026 aus der Kopie des Amtsblatts beim Amt für Veröffentlichungen der EU gelesen (publications.europa.eu, derselbe Rechtsakt); EUR-Lex lässt automatisierte Abrufe nicht zu.gelesen am
- Verordnung (EU) 2026/1744 (Digital-Omnibus-Verordnung zur KI), Amtsblatt der EU, deutsche FassungEUR-Lex / Amtsblatt der Europäischen UnionAm 3. November 2026 aus der Kopie des Amtsblatts beim Amt für Veröffentlichungen der EU gelesen (publications.europa.eu, derselbe Rechtsakt); EUR-Lex lässt automatisierte Abrufe nicht zu.gelesen am
- KI-Kompetenz — Fragen und Antworten der KommissionEuropäische KommissionEnglische Originalfassung; die deutsche Fassung dieser Seite ist eine maschinelle Übersetzung der Kommission.gelesen am
- KI-Servicestelle der RTR: KI-KompetenzRTR-GmbH (Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH), Österreichgelesen am
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