KI-Videos kennzeichnen.

Geprüft am

Kurzantwort

Ein KI-generiertes oder mit KI manipuliertes Video braucht in der EU einen deutlichen Hinweis, wenn es beruflich verwendet wird und ein Deepfake ist: realistische Aufnahmen, die wirklichen Personen, Orten oder Ereignissen ähneln und als echt durchgehen könnten (Artikel 50 Absatz 4). Der Praxisleitfaden sieht für seine Unterzeichner den Hinweis zu Beginn vor, wenn möglich in regelmäßigen Abständen und mindestens nach Werbeunterbrechungen.

Amtliche Quellen: Leitlinien der Kommission zu Artikel 50 · Praxisleitfaden, Abschnitt 2

Deepfake oder nicht? Videobeispiele

Videobeispiele aus den Leitlinien der Kommission zu Artikel 50
VideoErgebnis
KI-Video einer Person, die einem Politiker ähnelt und eine Rede hältDeepfake: offenlegen
Ein KI-generierter prominenter Influencer in einer WerbungDeepfake: offenlegen
Ein realistischer synthetischer Avatar des Firmenchefs, der dem Team gratuliertDeepfake: offenlegen
Ein KI-Video im Stil von Teleshopping mit simulierten Kunden, die ein Produkt nutzenDeepfake und kein künstlerisches Werk: voll offenlegen
Film oder Trailer mit verjüngten Schauspielern oder digitalen Nachbildungen verstorbener SchauspielerDeepfake in einem künstlerischen Werk: so offenlegen, dass der Film nicht gestört wird
Mäuse, die sich in einem Werbespot um Käse streitenKein Deepfake
Echte, nicht veränderte Schauspieler vor einer KI-generierten Prärie oder antiken StadtKein Deepfake
Ein Wissenschaftsmoderator mit einer KI-Animation schmelzender GletscherKein Deepfake

Die Leitlinien trennen unterstützende Effekte von wesentlichen Elementen: KI-Hintergründe, Spezialeffekte und technische Vor- und Nachbearbeitung in einer üblichen Filmproduktion lassen ein Video kaum fälschlich echt wirken. Vollständig KI-generierte Darsteller, digitale Nachbildungen, Verjüngung oder simulierte Auftritte dagegen schon.

Wo der Hinweis im Video steht

  • Zu Beginn des Videos und, wo möglich, in regelmäßigen Abständen, mindestens nach Unterbrechungen wie Werbepausen (Praxisleitfaden, Abschnitt 2, für Unterzeichner).
  • Wo Menschen später einsteigen können, etwa bei Livestreams, Ausschnitten oder Screenshots, reicht ein Hinweis nur am Anfang nicht; die Leitlinien erwarten, wo möglich, spätere Hinweise.
  • In einem geschlossenen beruflichen Rahmen, etwa einem Schulungsvideo für Mitarbeitende, erlaubt der Praxisleitfaden den Hinweis in der Oberfläche vor dem Abspielen.
  • Videos mit Ton sind Bild und Audio zugleich: Der Anbieter markiert beides, und ein hörbarer Hinweis kann den sichtbaren ergänzen.

Plattformregeln für Videos

Was YouTube, TikTok und Meta auf ihren eigenen Seiten zu KI-Videos verlangen
PlattformRegelQuelle
YouTubeCreator müssen realistische KI-Inhalte offenlegen, die eine echte Person etwas sagen oder tun lassen, was sie nicht getan hat, echte Ereignisse oder Orte verändern, realistische Szenen erzeugen, die nicht stattgefunden haben, oder KI-Musik, die im Mittelpunkt steht; nicht nötig bei unrealistischen Inhalten und kleinen BearbeitungenYouTube
TikTokCreator müssen KI-generierte oder stark bearbeitete Inhalte kennzeichnen, die realistisch wirkende Szenen oder Personen zeigen; sonst kann TikTok sie entfernen, einschränken oder selbst kennzeichnenTikTok
Facebook, Instagram, ThreadsFür Beiträge mit fotorealistischem, digital erstelltem oder verändertem Video ist das Offenlegungswerkzeug zu nutzen; sonst drohen SanktionenMeta

Der KI-Schalter einer Plattform ist deren eigener Hinweis. Die Pflicht zur Offenlegung nach der KI-Verordnung bleibt bei Ihnen als Betreiber; die Leitlinien erwarten in Vertriebsketten angemessene Maßnahmen, etwa Vertragsklauseln mit Vertriebspartnern oder Einstellungen in der Oberfläche, damit der Hinweis beim ersten Kontakt erscheint.

Checkliste vor der Veröffentlichung

  • Ist etwas im Video realistisch und ähnelt einer echten Person, einem Ort, einem Gegenstand oder Ereignis? Wenn nicht, braucht es nach der KI-Verordnung keinen Hinweis; Plattformregeln können abweichen.
  • Ist das Video offensichtlich künstlerisch, satirisch oder fiktional? Dann trotzdem offenlegen, aber ohne zu stören; der Praxisleitfaden nennt Beschreibung, Vor- oder Abspann oder ein Symbol neben dem Bild.
  • Hinweis zu Beginn sichtbar, nach Pausen wiederholen, bei langen oder Live-Videos regelmäßig.
  • Auf jeder Plattform die KI-Einstellung setzen.
  • Quelldateien und die Content Credentials des Generators aufbewahren.

Fragen

Braucht ein vollständig animiertes KI-Video einen Hinweis?
Nach der KI-Verordnung nicht, wenn nichts darin realistisch genug ist, um als echte Person, echter Ort oder echtes Ereignis durchzugehen: Die Leitlinien nennen einen Werbespot mit streitenden Mäusen als Beispiel für keinen Deepfake. Auch YouTube verlangt bei unrealistischen Inhalten keine Offenlegung.

Quellen

Zuletzt geprüft am von Volkan Çatak, Gründer, Proofcan.

Keine Rechtsberatung. Diese Seite erklärt amtliche Texte in einfachen Worten und verlinkt jeden davon; prüfen Sie die Quellen oder fragen Sie eine Anwältin oder einen Anwalt, bevor Sie eine Entscheidung darauf stützen.