KI-Bilder kennzeichnen.

Geprüft am

Kurzantwort

Ein KI-generiertes oder mit KI bearbeitetes Bild müssen Sie in der EU sichtbar kennzeichnen, wenn Sie es beruflich verwenden und es ein Deepfake ist, also wirklichen Personen, Gegenständen, Orten oder Ereignissen ähnelt und als echt durchgehen könnte (Artikel 50 Absatz 4). Fantastische Motive wie eine Sphinx über dem Eiffelturm und kleine Bearbeitungen wie Farbkorrekturen brauchen in der Regel keinen Hinweis; die maschinenlesbare Markierung bringt ohnehin der Anbieter des Bildgenerators an.

Amtliche Quellen: Leitlinien der Kommission zu Artikel 50 · KI-Verordnung, Artikel 50

Deepfake oder nicht? Beispiele der Kommission

Bildbeispiele aus den Leitlinien der Kommission zu Artikel 50
BildDeepfake?Warum
Mit KI manipuliertes Bild zweier echter Fußballprofis vor einem stadionähnlichen GebäudeJaEchte Personen, realistische Szene, könnte als echtes Foto durchgehen
KI-Bild eines Produkts in Werbung oder auf der Verpackung, das es anders, besser oder ansprechender zeigt als in WirklichkeitJaTäuscht über das tatsächliche Produkt
Ein echtes Produkt (ein Auto) vor einem KI-generierten Hintergrund, ohne über das Produkt zu täuschenNeinDer KI-Anteil ändert nichts daran, was das Produkt ist
Farbkorrektur, Erweiterung des Hintergrunds oder Skalierung von Produktbildern aus ästhetischen GründenMeist nichtGeringer Einfluss darauf, wie echt die Werbung wirkt
Erhebliche KI-Bearbeitung von Hintergrunddetails in einem journalistischen FotoKann seinGeht über übliche redaktionelle Praxis hinaus
Eine Sphinx, die über den Eiffelturm fliegtNeinUnrealistisch, keine Täuschungsgefahr
Eine KI-Zeichnung im Cartoon-Stil nach einem historischen FotoNeinErkennbar kein Foto

Entscheidend ist, ob das Bild dem Publikum, mit dem Sie vernünftigerweise rechnen müssen, fälschlicherweise als echt erscheinen würde, auch Kindern oder älteren Menschen, wenn sie dazugehören. Fotorealismus macht einen Deepfake wahrscheinlicher, ist nach den Leitlinien aber nicht allein ausschlaggebend; Aussage und Kontext zählen mit.

Wer welche Pflicht hat

Pflichten rund um KI-Bilder nach Artikel 50
WerPflichtArtikel
Der Anbieter des Bildgenerators, etwa das Unternehmen hinter der AppMaschinenlesbare Markierung jedes Bildes, als KI erkennbar; nach dem Praxisleitfaden signierte Metadaten und ein nicht wahrnehmbares Wasserzeichen50 Absatz 2
Sie, wenn Sie das Bild beruflich verwendenSichtbarer Hinweis bei Deepfakes, spätestens beim ersten Kontakt50 Absätze 4 und 5
Sie, in einem offensichtlich künstlerischen, satirischen oder fiktionalen WerkEin Hinweis, der die Darstellung oder den Genuss des Werks nicht beeinträchtigt50 Absatz 4
Sie, bei ausschließlich privater NutzungKeine Pflicht aus der KI-Verordnung2 Absatz 10

Plattformregeln für Bilder

Was Plattformen auf ihren eigenen Seiten zu KI-Bildern sagen
PlattformRegelQuelle
Facebook, Instagram, ThreadsSetzt „AI info“-Hinweise, wenn branchenübliche KI-Signale im Bild erkannt werden oder Nutzer KI-Inhalte angeben; nur bearbeitete Inhalte bekommen den Hinweis im Menü des BeitragsMeta
PinterestSetzt den Hinweis „AI modified“, wenn KI über IPTC-Metadaten oder eigene Klassifikatoren erkannt wird oder der Urheber KI angegeben hat; Einspruch ist möglichPinterest
LinkedInZeigt bei C2PA-signierten Bildern und Videos ein Content-Credentials-Symbol; ein Klick zeigt, ob KI verwendet wurde und wer signiert hatLinkedIn
Amazon KDPVerlangt Angaben zu KI-generierten Bildern, auch Cover und Innenbilder; KI-gestützte Bearbeitungen müssen nicht angegeben werdenKDP

So kennzeichnen Sie ein KI-Bild

  1. Die Originaldatei des KI-Werkzeugs behalten; viele Generatoren betten C2PA Content Credentials ein (was ist C2PA?).
  2. Prüfen, ob das Bild für Ihr Publikum ein Deepfake ist (Tabelle oben). Wenn ja, einen sichtbaren Hinweis einplanen.
  3. Den Hinweis auf dem Bild selbst anbringen, wo nichts ihn verdeckt; der Praxisleitfaden nennt die obere rechte Ecke als Beispiel, die EU-Symbole sind freiwillig.
  4. Nicht über Werkzeuge neu speichern, die Metadaten entfernen; Screenshots und Neukodierung löschen sie.
  5. Beim Hochladen die KI-Einstellung der Plattform setzen und die veröffentlichte Fassung prüfen.

Fragen

Ist eine KI-Illustration ein Deepfake?
Meist nicht, wenn sie erkennbar kein Foto ist: Die Leitlinien der Kommission nennen eine KI-Zeichnung im Cartoon-Stil nach einem historischen Foto als Beispiel für keinen Deepfake. Ein Deepfake muss wirklichen Dingen ähneln und fälschlicherweise als echt erscheinen.
Muss ich ein Foto kennzeichnen, das ich mit KI bearbeitet habe?
Nur wenn es durch die Bearbeitung zum Deepfake wird. Kleine Änderungen wie das Entfernen eines Passanten, Lichtanpassungen, Farbkorrektur oder kosmetische Retusche verändern nach den Leitlinien in der Regel nicht, wie echt ein Foto wirkt; erhebliche Eingriffe in Nachrichtenfotos können es.

Quellen

Zuletzt geprüft am von Volkan Çatak, Gründer, Proofcan.

Keine Rechtsberatung. Diese Seite erklärt amtliche Texte in einfachen Worten und verlinkt jeden davon; prüfen Sie die Quellen oder fragen Sie eine Anwältin oder einen Anwalt, bevor Sie eine Entscheidung darauf stützen.