KI-Bild erkennen: So prüfen Sie Bilder, Videos und Audio.

Geprüft am

Kurzantwort

Suchen Sie zuerst nach einer Angabe in der Datei und erst danach nach Auffälligkeiten im Bild: Lesen Sie die Content Credentials (C2PA), prüfen Sie mit dem Werkzeug des jeweiligen Herstellers auf ein unsichtbares Wasserzeichen, achten Sie auf den KI-Hinweis der Plattform und suchen Sie mit einer Rückwärtssuche nach älteren Kopien. Jede Prüfung bestätigt nur, was sie findet: Herkunftsdaten lassen sich entfernen, und das BSI schreibt über automatisierte Erkennungsverfahren, dass sie „häufig nur unter gewissen Rahmenbedingungen zuverlässig funktionieren“. Fehlt jede Markierung, ist damit nicht belegt, dass ein Mensch den Inhalt gemacht hat.

Amtliche Quellen: BSI: Deepfakes – Gefahren und Gegenmaßnahmen · C2PA Explainer 2.2 (englisch)

Fünf Prüfwege im Vergleich

Prüfwege für KI-Inhalte: was sie zeigen und wo sie enden
PrüfwegWas er zeigtSo gehen Sie vorGrenze
Content Credentials (C2PA)Signierte Angaben in der Datei: erzeugendes Werkzeug, KI-Kennzeichnung, Unterzeichner, spätere BearbeitungenDatei im Content-Credentials-Prüfer öffnen (englisch, liest die Datei im Browser) oder auf der Verify-Seite der Content Authenticity InitiativeLaut C2PA lassen sich die Herkunftsdaten entfernen; fehlende Daten sagen nichts über die Entstehung
Unsichtbares WasserzeichenOb das Zeichen eines bestimmten Herstellers in Pixeln oder Ton stecktGoogle: Datei in Gemini, der Suche oder Chrome hochladen und fragen, ob Google-KI sie erzeugt hat; Proofcan-Markierungen: Verify (englisch)Jedes Prüfwerkzeug findet nur das eigene Wasserzeichen; der Open-Source-Code von Adobes TrustMark kann sein Wasserzeichen auch wieder entfernen
Hinweis der PlattformDie Plattform hat ein KI-Signal gefunden (C2PA- oder IPTC-Daten, eigene Systeme) oder die hochladende Person hat KI angegebenNach dem KI-Hinweis am Beitrag, im Player, in der Beschreibung oder im Beitragsmenü suchenLinkedIn schreibt selbst, dass sich noch nicht alle KI-Inhalte erkennen und kennzeichnen lassen
RückwärtssucheÄltere Kopien, den ursprünglichen Zusammenhang, ähnliche BilderGoogle Lens zeigt unter anderem „Websites mit dem Bild oder einem ähnlichen Bild“Findet Kopien, nicht die Entstehung; ein neues Bild hat keine älteren Kopien
Hinsehen und HinhörenArtefakte, die das BSI nennt: sichtbare Übergänge am Gesicht, verwaschene Zähne und Augen, begrenzte Mimik, unstimmige Belichtung; metallischer Klang, falsche Aussprache, monotone BetonungIn voller Größe ansehen, Ton mit Kopfhörern anhörenGute Fälschungen zeigen keine Artefakte; Erkennungsprogramme irren häufig (siehe unten)

Prüfen in sechs Schritten

  1. Besorgen Sie die Originaldatei. Ein Screenshot ist ein neues Bild und übernimmt keine Metadaten des Originals.
  2. Öffnen Sie die Datei im Content-Credentials-Prüfer. Ein gültiges Manifest nennt Unterzeichner und Werkzeug und kann die KI-Erzeugung angeben; ein fehlendes oder beschädigtes Manifest ist kein Beleg in die eine oder andere Richtung.
  3. Prüfen Sie Wasserzeichen mit dem Werkzeug des Herstellers: Gemini, Google-Suche oder Chrome für SynthID von Google, Verify für eine Proofcan-Markierung mit ihrem öffentlichen Eintrag.
  4. Sehen Sie nach, ob die Plattform einen KI-Hinweis zeigt; YouTube, Facebook, Instagram, Threads, LinkedIn und Pinterest setzen ihn teils automatisch, teils nach Angabe der hochladenden Person.
  5. Suchen Sie das Bild mit Google Lens und vergleichen Sie Datum und Herkunft der ältesten Treffer.
  6. Achten Sie erst zum Schluss auf Artefakte und fragen Sie, wer den Inhalt wann und mit welchem Ziel veröffentlicht hat.

Was keine Prüfung leisten kann

  • Den Nachweis, dass ein Inhalt ohne Markierung von einem Menschen stammt. Meta schrieb im Februar 2024, dass sich noch nicht alle KI-Inhalte erkennen lassen und dass unsichtbare Markierungen entfernt werden können.
  • Den Nachweis, dass ein Inhalt mit gültigen Content Credentials wahr ist. Nach dem C2PA-Explainer sagen Herkunftsdaten allein nicht, ob ein Inhalt wahr, richtig oder sachlich zutreffend ist.
  • Ein sicheres Urteil eines „KI-Detektors“. Das BSI berichtet zur Deepfake Detection Challenge (2020), dass „selbst das beste Modell lediglich eine durchschnittliche Genauigkeit von 65,18 Prozent erreichen konnte, wobei eine Genauigkeit von 50 Prozent durch bloßes Raten erreicht werden würde“. OpenAI hat seinen eigenen Klassifikator für KI-Texte am 20. Juli 2023 wegen zu geringer Genauigkeit eingestellt.
  • Aussagen über Inhalte anderer Anbieter. ElevenLabs schreibt, dass sein Sprach-Klassifikator Audio anderer Anbieter nicht erkennt und Audio aus dem eigenen Modell Eleven v3 nicht zuverlässig einordnet.

Welche Signale es je Inhaltsart gibt

Prüfbare Signale nach Inhaltsart, laut den Seiten der Hersteller und des BSI
InhaltSignaleHinweis
BilderContent Credentials (C2PA), SynthID (Google und Partner), TrustMark (Open Source), Plattform-HinweiseDie Rückwärtssuche funktioniert mit Bildern; bei Videos mit einem Standbild
VideosContent Credentials, SynthID, Plattform-Hinweise; YouTube setzt den KI-Hinweis automatisch, wenn ein Video C2PA-Metadaten enthältNach Meta (2024) fügten KI-Werkzeuge für Video und Audio solche Signale noch nicht im selben Umfang hinzu wie Bildgeneratoren
Audio und StimmenSynthID in Audio von Google; Klassifikatoren der Anbieter, etwa der von ElevenLabs nur für ElevenLabs-AudioTypische Artefakte nach BSI: metallischer Klang, falsche Aussprache, monotone Sprachausgabe
TexteSynthID-Wasserzeichen in Texten aus der Gemini-App und dem Web-Angebot von GoogleOpenAIs Text-Klassifikator erkannte in einem eigenen Test 26 % der KI-Texte und hielt 9 % der menschlichen Texte für KI

Fragen

Gibt es ein Programm, das sicher erkennt, ob ein Bild KI ist?
Nein. Werkzeuge können eine gefundene Markierung bestätigen, etwa eine C2PA-Angabe oder ein SynthID- oder TrustMark-Wasserzeichen. Dass ein unmarkiertes Bild von einem Menschen stammt, kann keines belegen, und Programme, die nur die Pixel bewerten, irren sich.
Wie erkenne ich einen Deepfake in einem Video oder Anruf?
Das BSI nennt sichtbare Übergänge am Gesichtsrand, verwaschene Zähne und Augen, begrenzte Mimik und unstimmige Belichtung, bei Stimmen metallischen Klang, falsche Aussprache und monotone Betonung. Fehlen solche Artefakte, ist der Inhalt damit noch nicht als echt belegt.

Quellen

Zuletzt geprüft am von Volkan Çatak, Gründer, Proofcan.

Keine Rechtsberatung. Diese Seite erklärt amtliche Texte in einfachen Worten und verlinkt jeden davon; prüfen Sie die Quellen oder fragen Sie eine Anwältin oder einen Anwalt, bevor Sie eine Entscheidung darauf stützen.